Verden, Geschichte und Geschichten…

Nur knapp 70 km von Hannover entfernt und nur 30 km von Bremen, genau dazwischen liegt Verden an der Aller. Die Aller fließt im nördlichen Teil der Stadt vorbei und mündet auch dort in die Weser.
Betrachtet man diese geografische Lage aus geschichtlichem Hintergrund, so ist eine solche Verkehrsanbindung zu Wasser schon immer wichtig gewesen, um Handel zu betreiben und somit einer Stadt Wohlstand zu bringen. Bereits 1985 feierte die Stadt 1.000jähriges Bestehen.

In dieser sehr langen Zeit gab es viele Ereignisse der einzelnen Epochen. Eine davon war sicher auch die Hexenjagd, deren Ende erst die schwedische Herrschaft über die Stadt brachte. Aber schon vorher, 782, verweigerte sich das Volk, damals unter der Herrschaft von Karl dem Großen, den christlichen Glauben anzunehmen. Man wollte frei sein, und so wurden 4.500 Menschen beim Verdener Blutgericht hingerichtet, die einfach nicht bereit waren, ihren Glauben zu ändern. Ja, Verden hat schon viel erlebt, war unter der Herrschaft von Schweden, Frankreich, Westfalen, Hannover, Preussen und der Britischen Rheinarmee. Letztere regulierte nach dem zweiten Weltkrieg die Geschicke der Stadt und des Landkreises.

Das Domgymnasium basiert auf den Grundmauern einer über 1.000jährigen Schule, und das einmalige Denkmal in Deutschland zeigt John Lennon, the Beatles. So finden sich Geschichte und Geschichten…

…und mit über 40 Sportvereinen zeigt Verden nicht nur im ehrwürdigen Reitsport, der übrigens über die Landesgrenzen hinausgeht, wie vital die Stadt pulsiert.

Seit 1988 gibt es die Golfanlage in Verden, die mit der Erweiterung auf 27 Löcher sicherlich zu einer der schönsten Golfanlagen zählt. Breite Fairways, ausgemähtes Rough, übergroße Grüns, leicht bis stark onduliert, großzügiges Übungsgelände, Parkplätze, Caddyhalle, Reinigungsplatz für Schläger und Trolleys sowie ein eine gut funktionierende, und seit über 10 Jahren perfekt geführte Golf-Gastronomie von Kamelia und Detlev, deren Preise für ein Gericht mich tatsächlich positiv überrascht haben. An diesem Tag gab es kein frisches Tagesgericht über 10 Euro. Die Portionen waren mehr als ein gefüllter Teller, da war Liebe zum Detail und zu den marktfrischen Lebensmitteln zu sehen. In der Küche wurde mit Handschuhen der Salat aufgelegt, alles war sehr sauber, perfekt, und jeder Gast kann einen Blick in das Reich von Kamelia wagen. Da schmeckt es gleich doppelt so gut.

Kamelia, sage mir, wie schafft ihr es, so zu kalkulieren?
Eigentlich ist das unmöglich, versicherte mir Kamelia, aber ich gebe mein Bestes, kaufe frische Ware, und wenn z.B. die Pfifferlinge aus sind, dann ändere ich sofort die große Wandtafel, die uns als Speisekarte dient. Die Mischkalkulation ist es. Der Golfer kommt bisweilen jeden Tag, da brauche ich immer etwas Leckeres, oder einfach auch nur einen Toast mit Spiegelei und etwas Salat dazu, fertig. Man muss flexibel sein und Spaß am Kochen haben.
Ja, das hat sie, so zumindest habe ich die quirlige Restaurantchefin kennengelernt. Alles Liebe Kamelia, und hoffentlich bald auf ein Wiedersehen. Freue mich schon auf die Saison 2018.

 

 

Vier MitarbeiterInnen sind im Sekretariat zuständig, Clubmanagerin ist Kristin Oehlrich. An diesem Tag hat mich Rieke Köster bedient. Rieke hat als Praktikantin angefangen, eine Ausbildung gemacht und mit dem dualen Studiengang Betriebswirtschaft und Sportmanagement schließt sie in den nächsten Monaten ab.

Rieke ist glücklich hier, und mit ihrer freundlichen Art und ihrer bereitwilligen Auskunft bei all meinen Fragen, konnte ich mich davon überzeugen. Sie hat nur einen Wunsch, eine Countererhöhung, damit die „unartigen“ Golfer nicht immer auf ihrem Schreibtisch und Arbeitsplatz herumgrabschen. Da muss ich Rieke Recht geben, das finde ich auch sehr ungehörig, nur leider reicht manchmal ein nettes freundliches Wort des Tadels nicht aus, um auf eine angemessene Distanzzone aufmerksam zu machen. Aber vielleicht lässt sich das mit ein paar Handwerkerarbeiten leicht erfüllen, das wünsche ich Rieke.

 

 

Wie bereits anfangs erwähnt, Verden ist eine Reiter- und Gestüthochburg. Rieke hat drei Pferde zu versorgen, beachtlich, das schafft sie neben ihrem Studium, ihrer Arbeit und auch neben ihrem zweiten Hobby, dem Golf spielen.

Eine herausragende Verdener Reiter-Persönlichkeit ist wohl Helga Köhler, die bis 1960 zu den erfolgreichsten deutschen Reiterinnen gehörte. Hans Joachim Köhler ist der Begründer der Hannoverschen Reiterpferde Auktion. Ludwig Stubbendorff ist zweimaliger Olympiasieger im reiterlichen Vielseitigkeitsprüfung, und Hanna Zuschneid war Olympiateilnehmerin.

Verden, eine Stadt und ein Landkreis, geprägt von den Menschen ihrer Zeit. Wenn Sie also einmal zum Golfen in diese wunderschöne Landschaft fahren möchten, nehmen sie die Geschichte und die Geschichten mit. Die Golfanlage Verden wird Ihnen eine wunderschöne Zeit bieten – genießen Sie es.

 

Annelie

http://www.click2annelie.de

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