Hamburger Land- und Golfclub Hittfeld…

…am Rande der Lüneburger Heide. Bereits 1957 fanden sich mutige und golfbegeisterte Hamburger, die auf dem Besitz Haidhöhe, nahe Hittfeld, ein respektables Grundstück fanden. Neu war damals die Idee eines Country-Clubs mit verschiedenen Sportarten wie z.B. Golf und Reiten, Tennis, Boccia, Eisstockschiessen oder Schwimmen. Schon damals war man über den positiven Rücklauf an Interesssierten überrascht, es ermutigte auch Pläne umzusetzen.

Und wie immer, wenn Menschen etwas bewegen, gibt es Menschen, die etwas dagegen haben.

Gerne zitiere ich einmal aus der Eröffnungsrede des Vorstands von 1959: “ wir halten uns selbst den Spiegel vor und sehen, das wir nur solche Mitglieder haben, die aus sportlichem Geist in unseren Land- und Golfclub kommen…“
Herrlich!

Es geht doch nichts über die sportliche Gemeinschaft, das fair play und die Toleranz gepaart mit Freude, Mitgefühl und dem Spaß am Erfolg. Auch heute, 60 Jahre später, erlebe ich hier eine 18 Löcher Golfanlage, deren Stil ganz hamburgerisch geprägt ist, eine noble Eleganz aufzeigt und eine norddeutsche Zurückhaltung widerspiegelt sowie mit sportlichem Esprit Begeisterung schafft. Sehr beeindruckend.

Jetzt musste ich erst mal raus auf den Platz, der schon von der Restaurantterrasse mit seiner hügeligen Landschaft ein optisches Highlight bot, allerdings auch meine Sportlichkeit herausforderte.
Wer nicht gut zu Fuß ist, der sollte ein Golfcart nehmen.

Schon an Tee 1 spielt man in eine herrliche Parklandschaft hinein, breite Bahnen, aber schmale Fairways. Das Grün wird höher angespielt und ist auch erst erkennbar, wenn man den leichten Hügel erklommen hat. Direkt zur Bahn zwei steht ein wunderschön gewachsener, alter Baum, der mir direkt ins Auge fiel.

Überhaupt fühlt man sich gleich in einer anderen Welt. Es ist verständlich, das der Hamburger hier gerne sein Golfspiel ausübt, inmitten dieser traumhaften Park-Landschaft.

Als ich dort gespielt habe, sah man noch die Spuren der herbstlichen Forstarbeiten sowie die winterlichen Grüns. In der Lüneburger Heide ist das Wetter eben doch noch etwas rauher als im Stadtgebiet von Hamburg. Noch 14 Tage und alle Knospen an den Bäumen und Sträuchern platzen auf, färben die Landschaft grün und der Rasen nimmt einen ordentlichen Wachstumsschub auf. Dann ist der Platz wieder perfekt,und macht seinem Namen als Leading Golf Course alle Ehre. Auch mit der DGV Zertifizierung „Golf und Natur“ kann die Golfanlage aufwarten und stellt sich den immer währenden Herausforderungen.

Besonders gut gefallen hat mir hier, dass die Damenabschläge sowohl von der Größe wie auch teilweise von der sportlichen Herausforderung den Herrenabschlägen ähnlich waren. Naja, zumindest von der Größe. Es wäre ungerecht den Herren gegenüber, denn bei einigen Bahnen sind schon erhebliche Distanzen zu erkennen, mit hügeligem Gelände. Sehr sportlich für die Herren.

Geschäftsführer und Coursemanager Michael Paletta ist bereits seit 1989 dabei, mit kleiner Unterbrechung und reizvoller neuer Aufgabe. Bereits im Studium der Betriebswirtschaft wollte Michael Paletta sich mehr und mehr auf einen Agrarbertrieb konzentrieren. Eine Golfanlage war da schon mal ein Anfang, und durch seine Diplom Arbeit schaffte er es, auf sich und sein Können aufmerksam zu machen. Eine Golfanlage rund um Köln warb ihn ab. Doch wie es immer im Leben so ist, zuhause ist es am schönsten, und es zog ihn wieder in den Norden.

Seine Frau, er ist immer noch verliebt, das höre ich heraus, ebenfalls aus dem hohen Norden, baute schon mal das Nest und die Familie vergrößerte sich mit zwei Kindern. Heute, in unserem Gespräch, ist Michael Paletta erst einmal richtig bewusst geworden, das er nun schon 30 Jahre hier seinen Geschäftsführer und Coursemanager Posten ausfüllt, neben seinem Hobby Rennrad fahren – und so wie er selbst sagt, „auch, wenn man es mir nicht ansieht.“

Adriaan A. Straten (golfpilot.de) und Course Manager Michael Paletta im Fachgespräch über Leading Golf Courses of Germany

Herr Paletta erzählte mir, dass vor einigen Jahren über 2.000 Bäume auf dem riesigen Gelände gefällt werden mussten, und in diesem Jahr noch einmal 200. Selbstverständlich wurde auch in einigen Bereichen neu aufgeforstet und umgestaltet. David Krause, Golfplatzgestalter, der unter anderem auch Schloss Lütetsburg designed hat, baute die Golfanlage vor 12 Jahren in vielen Bereichen um, machte sie moderner, ausgeprägter und offener.

Sportliche Geschichten gibt es auch über die Golfanlage in Hittfeld zu berichten, so hat die frühere Hittfelder Spielerin Katharina Trebitsch weltweite und erfolgreiche Titel vertreten, sie war auch während ihres Studiums in München und spielte dort im Münchner Golfclub. Zu der Zeit war Mastersieger Bernhard Langer (heute über 50 Jahre und spielt auf der Champions Tour) Lehrling bzw. Azubi bei Heinz Fehring in Straßlach. Wie das Leben manchmal so spielt….

Und die Hittfelderin Ursula Paulsen erspielte den ersten Hamburger Seniorinnenmeister Titel. Das war 1973. Ursula Paulsen war eine sportliche Frau, die bereits 1960 zum Golfsport kam, nach dem Tennis, aber sie lehnte Golflehrer ab: “ it’s only a game, „ das war ihr Motto. Schade, das ich diese Persönlichkeit nicht kennen lernen konnte, auch ich spiele gerne aus dem Bauch heraus. Leider nicht immer erfolgreich, aber ich habe Freude am schönsten Spiel der Welt und mein spielerischer Ehrgeiz ist geweckt.

Wenn der Vater mit dem Sohne….
Jochen und Sven Strüver erspielten 1984 ihren ersten PRO-AM Sieg. Jochen Strüver war damals Golflehrer in Hittfeld. Sven (später der erste plus Spieler in Hittfeld) noch 10 Jahre jung, und Papa Jochen coachte nicht nur seinen Sohn auf der Golfanlage. Das Jugendtraining insgesamt nahm Fahrt auf, und später wurde Sven ein erfolgreicher European Spieler. (Schaut auf meinen Artikel, (Niedersachsens Golf Captains Ladies on tour).

Ehemaliger (1974-1979) Bundespräsident Walter Scheel, der selbst oft in Hittfeld den Golfschläger in die Hand nahm, sendete Grußworte anlässlich des 50zig jährigem Bestehens.
Nicht nur Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gaben sich auf dem heutigen Leading Golf Course ein Stell-Dich-ein, auch Stars und Sternchen, und doch stand der Golfsport immer an erster Stelle. Das zeigt auch die Hall of Fame der sportlichen Golfer und Golferinnen.

Also unbedingt spielen!
Wundervoller Platz, geschulte und sehr, sehr freundliche MitarbeiterInnen (liebe Grüsse und Danke für die Schlägerhaube!), harmonische Atmosphäre, wirklich gutes Restaurant – was braucht der Golfer mehr. Ach ja, Wetter…, das ist immer schön, berichtet Geschäftsführer des Hamburger Land- und Golf-Club Hittfeld e.V., Michael Paletta.

Annelie

http://www.click2annelie.de

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