Drachenbootrennen in der See-Hafenstadt Emden

Julia, wie trommelst und spornst Du die Drachenboot Paddel-Mannschaft an?
Ja, sagt Julia, das musste ich auch schnell lernen. Aber mit ein wenig Rhythmus im Blut und den beiden Schlagmännern im Boot, direkt vor mir, klappt das wunderbar. Takt halten ist dann das Wichtigste.

Trommlerin Julia (rechts im Bild) mit Tochter Frieda und Annelie. Im Hintergrund wartet Anke auf ihren nächsten Paddel-Einsatz

Julia, eine zarte Person, passt so richtig gut auf den winzigen Sitz des Drachenbootes, und alle Mannschaftsmitglieder paddeln dann nach ihrem Kommando. Bei drei Kindern, Mann, Hund, Katze, Maus und Haus, muss es auch so sein, wenn es gut ablaufen soll. Sie hat einen erfüllten Tag, und, wenn das Wetter es in ihrer Freizeit zulässt, gibt es auch mal einen Segeltörn. Hätte Julia einen Wunsch frei, würde sie gerne richtig singen lernen. Heute gibt sie alles beim Drachenbootrennen, wofür im Team der IBB-Dragons allerdings nur sehr wenig geübt werden konnte.

Bernd und Jürgen im Paddel/Drachenboot-Fachgespräch

Auf der 10. Emder Hafenmeile 2017, organisiert von der Stadt Emden, dem Ruderverein Emden sowie der Sparkasse, kamen aus ganz Nord-West Deutschland 51 Mannschaften zum größten Drachenbootrennen. Im alten Binnenhafen kämpfte man um Pokale und Platzierungen. Wie bei jeder ordentlich organisierten und sportlichen Veranstaltung konnten sich die einzelnen Mannschaften, auf einer durch Bojen gesteckten Rennstrecke, in drei Durchläufen ( 250 Meter ) den Sieg holen. Sportlich fair eben!

Und natürlich durften neben den Gewinnern alle anderen Mannschaften nicht leer ausgehen. So gab es Preise für die weiteste Anreise, die beste Verkleidung usw.. Der Spaß kam also auch nicht zu kurz. Nur Petrus hatte noch kein Einsehen und hielt alle Schleusen geöffnet.

Miguel, tätig bei der IBB, hatte die Idee, einfach mal bei diesem Event mitzumachen. Vor einigen Jahren konnte er als Ersatz bei einer Mannschaft mitpaddeln. Miguel fand es sportlich und durchaus teamfördernd. Daher kam ihm der Gedanke, die IBB Standorte Wittmund, Norden, Emden und Aurich sozusagen mit ins Boot zu nehmen, und nach nur einer Aufforderung hatte er die Mannschaft für ein Drachenboot zusammen.

Es ist schon anstrengend, sagt Miguel. Richtige Drachenboot Paddler trainieren das ganze Jahr über. Wir hatten vier Übungs- und Einweisungs-Termine, konnten vom Ruderverein Emden – vielen Dank noch einmal – ein Drachenboot benutzen und bekamen mit einem Steuermann vom Ruderverein die fachmännische Hilfe, natürlich auch für unser Rennen.

vorne im Boot sizten die beiden „Schlagmänner“ Miguel und Bernd

Es war wunderbar, sagt Miguel. Aber mein Sport wäre dann doch mehr das Rudern, wenn ich den Bezug zum Wasser suchen würde. Crossbike fahren, das ist momentan mein Hobby, sagt Miguel, und ich freue mich schon auf meinen Schwarzwaldurlaub mit dem neuen Crossbike. Aber nun muss ich schon wieder mein zweites Rennen starten.

Viel Glück, Miguel, rufe ich ihm zu.

So ein Drachenboot ist über 12 Meter lang – ohne Kopf und Schwanz. Der Drachenkopf wird ganz nach überlieferten Motiven gebaut und an der Spitze befestigt. Am Heck befindet sich der Drachenschwanz. Moderne Boote sind aus Kunststoff, während die klassischen Drachenboote noch aus Holz gefertigt werden. Der Steuermann gibt die Richtung vor, mit einem Lenkpaddel. Der Trommler gibt den Takt. Die Paddler haben sogenannte Stechpaddel aus Holz oder Kunststoff.

Startplatz am Ruderverein Emden

Es gibt Welt-, Europa- und Deutsche Meisterschaften im Drachenbootrennen. Bei der Weltmeisterschaft 1999 in Nottingham gab es für das Team Deutschland sogar vier Goldmedaillen.

Anke und Jessica gehören zum IBB Team der Paddler, die neben den Herren mithalten mussten. Den Rhythmus gibt ja Julia vor, mit ihrer Trommel und den lautstarken Anfeuerungen. Beide, Anke und Jessica, haben alles gegeben, neben den Herren, und klitschnass kamen sie aus dem Boot. Schön war es, aber auch anstrengend, da waren sich beide einig.

…so klitschnass kommen Jessica und die anderen IBB-Dragons nach einem Rennen aus dem Boot

Jetzt aber schnell wieder in die trockenen Sachen, aufwärmen und beim gemütlichen Grillen wieder stärken, vielleicht für die dritte und entscheidende Runde….

Herrlich, wie schön doch so ein sportlicher Tag zu Ende gehen kann, zufrieden, glücklich und behaftet mit vielen Erinnerungen, von denen man das ganze Jahr noch zehren kann. Bis zum nächsten Event, macht weiter so, und danke für Eure herzliche Einladung.

P.S. Es wurde ein erfolgreicher 8. Platz in der ihrer Klasse! Toll gemacht.

Annelie

http://www.click2annelie.de

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